er ist wieder da

10 Oct

zum ersten mal überhaupt habe ich herkömmliche kinokarten online gekauft, denn ich wollte unbedingt unsere plätze sichern und keinen tag länger auf diesen film warten müssen: er ist wieder da von david wnendt.

im dezember 2014 erwacht adolf hitler wie aus dem nichts in einem park mitten in berlin. er hat keine ahnung, warum er in diesem park liegt und es dauert nicht lange, bis er bemerkt, dass das jahr 1945 weit zurückliegt und was aus seiner geliebten stadt geworden ist.

er wird zufällig von einem tv-reporter entdeckt, der ihn für einen genialen hitler-imitator hält- dieser mann sieht aus wie hitler, redet wie hitler und denkt wie hitler. er scheint einfach alles, was mit hitler zu tun hat, so gut einstudiert zu haben, dass der reporter hier seine große chance sieht: diese entdeckung soll ihm den gerade verlorenen job bei einem tv-sender zurückverschaffen.

hitler wird schnell zum medienereignis. er zieht von show zu show und redet, wie ihm der schnabel gewachsen ist. weder verstellt er sich dabei, noch macht er auf freundlich und lieb. er ist einfach er selbst. hitler. auch wenn seine aussagen anfänglich auf widerstand  beim publikum stoßen- schon bald sind die massen fasziniert von diesem talentierten mann, der sich so sehr mit hitler identifiziert, dass man glauben könnte, er sei es tatsächlich.

wenn hitler, den scheitel präzise gezogen und in uniform, am brandenburger tor steht, dann ist selfie-zeit. touristen aus aller welt, aber auch deutsche, reißen sich um ein foto mit ihm. hier weiß man nicht so recht, sind diese szenen gespielt oder echt? sind die japaner und all die anderen touristen statisten oder sind sie menschen, die sich zufällig dort aufhalten und so positiv auf den ehemaligen führer reagieren? sind es statisten, die immer wieder den rechten arm in die höhe heben oder sind es passanten, die wie aus einem reflex so reagieren? auf jeden fall ist niemand weit und breit zu sehen, der empört auf hitlers auftritt und seine sprüche reagiert.

hitler zieht mit dem reporter durch das land, fragt die normalbürger, wo der schuh drückt. und wo der schuh drückt, wird schnell klar und hitler hat begriffen, wie sein volk tickt. auch hat er inzwischen das internet und seine macht erkannt und ist selbst zum großen star dort aufgestiegen.

vor allem die letzten minuten des films haben es in sich. denn da zieht hitler bilanz, da er nun weiß er, woran er im großen und ganzen ist und wie seine chancen stehen.

der deutsche burgtheatermime oliver masucci- hier in seiner erst dritten filmrolle- war mir bis gestern unbekannt. so eine rolle zu spielen ist, denke ich, mehr als eine große herausforderung und wer weiß, wie ihm die rolle nach dem dreh noch nachgehangen haben muss. bemerkenswert, wie er hitlers art verinnerlicht hat, wie er spricht, wie er schaut- teilweise so böse, dass ich wegschauen musste. und das kranke an der geschichte ist, dass man hitler in diesem film fast lieb gewinnt.

sehenswert.

the world is yours,

b.

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