doppelgänger

11 Oct

ein weiterer film, der es aus mir unerklärlichen gründen nicht in die österreichischen kinos geschaft hat: enemy von denis villeneuve.

jake gyllenhaal spielt den literaturdozenten adam, der in einer fiktiven kanadischen stadt ein eintöniges leben ohne höhen und tiefen lebt. untertags folgt er seinem routinierten alltag an der universität, die abende verbringt er mit seiner hübschen freundin; wenig kommunikation, langweiliger sex.
am nächsten tag alles von vorn.

sein trostloses fristen findet ein ende, als er eines tages in einem film einen schauspieler entdeckt, der exakt so aussieht wie er selbst. zunächst perplex über diese unfassbare ähnlichkeit, macht adam seinen doppelgänger, anthony, ausfindig.
nach einem kurzen telefonat, bei dem anthony abweisend reagiert, stehen sich die beiden schließlich in einem hotelzimmer gegenüber. und tatsächlich gleichen sie einander wie ein ei dem anderen. die gleiche frisur, der gleiche bart, die gleiche stimme, sogar die gleiche narbe am oberkörper.

ene

nach diesem treffen fangen sie an, im leben des jeweils anderen zu schnüffeln und ich muss sagen, jake gyllenhaal, der mir bisher als schauspieler nie besonders aufgefallen war, meistert diese doppelrolle hervorragend. obwohl sich die zwei typen keineswegs voneinander unterscheiden, weiß man stets, mit welchem der beiden man es gerade zu tun hat. auch die frauen der zwei werden bald in das mysterium mit reingezogen…

der film, dominiert von deprimierenden beige-tönen, lässt sich schwer beschreiben und sowieso ist es besser, so wenig wie möglich über ihn zu wissen. es ist ein rätsel, das jeder für sich lösen muss. der regisseur hat viele anhaltspunkte und hinweise in dieser actionarmen, aber spannungsgeladenen geschichte versteckt, die dem aufmerksamen zuseher dabei helfen, ein puzzleteil nach dem anderen zusammenzufügen. hobbypsychologen kommen hier voll auf ihre kosten, da der film viele interpretationsmöglichkeiten zulässt. wenn man wert auf klare botschaften und antworten legt, wird man hier keine befriedigung finden.

enemy ist die erste zusammenarbeit von villeneuve und gyllenhaal, doch zuerst kam ihre zweite zusammenarbeit, prisoners, in die kinos. somit ist enemy auch der erste englischsprachige film des frankokanadischen regisseurs.

die dvd ist soeben erschienen. da kann man so oft wie man will vor- und zurückspulen und findet womöglich mehr erklärungen, als es im kino der fall gewesen wäre.

ich habe den film, der zugleich thriller, suspense und wohl auch etwas kunstfilm ist, sehr genossen. er lässt einen mit vielen unbeantworteten fragen zurück und gibt einem darüber hinaus noch einiges zum nachdenken mit.

the world is yours,

b.

 

 

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