schlaflos

22 May

eine schlaflose nacht.

lesen.
aufräumen.
schafe zählen.

hilft nichts.

bewährtes rezept: film schauen.
augen schließen, mit der hand über die dvds streichen, eine rausziehen.

nicht schlecht, was ich in händen halte. mindestens zehn mal gesehen; ein film voller erinnerungen, unter anderem die erinnerung an ein erstes date vor vielen jahren:
year of the dragon. michael cimino, 1985.

mickey rourke ist frischgebackener polizeichef von new york. sein erklärtes ziel: mit allen mitteln die chinesische mafia zu bekämpfen und chinatown von jeglichem dreck zu  befreien.
er erklärt dem mächtigsten mann des viertels,  john lone, den krieg. hinter den kulissen von nachtclubs, geheimen spielhöllen und chinesischen discotheken beginnt ein brutaler kampf zwischen den beiden, der viele leben kosten wird.

rourke als polnischstämmiger und rassistischer polizist mit vietnam-trauma ist in seinem element: selbstsüchtig, herablassend, selbstgefällig, arrogant. diese beschreibung stammt nicht von mir, sondern von seiner filmfrau.
am laufenden band beleidigt er seine chinesischen mitbürger, bei keinen seiner handlungen denkt er auch nur eine sekunde über die auswirkungen nach- und die sind brutalst. es ist eben nicht so einfach, wie er dachte, sich gegen den aalglatten chinesischen mafiaboss zu stellen: ich werde dich fertigmachen, droht er, ich werde dich demütigen.
keine gute idee, wie sich im laufe der geschichte herausstellen wird.

chin

dieser film-krieg hatte konsequenzen: von der chinesischen community und von der kritik schlecht aufgenommen, spielte er nicht einmal die produktionskosten ein. dazu fünf nominierungen für die goldene himbeere, unter anderem für die schlechteste regie, den schlechtesten film und das schlechteste drehbuch. blödsinn. wenn man bedenkt, welche durchschnittsfilme heutzutage mühelos gleich ein halbes dutzend oscar-nominierungen erhalten,
von mir gibts vier oscars: jeweils einen für den hong-kong-stämmigen john lone und einen für michey rourke als sexbomben, einen für das atemberaubende loft im film und einen für michael ciminos arbeit.

gut, michael cimino hat den höhepunkt seines schaffens 1978 mit die durch die hölle gehen erreicht; dass er diesen level nur mehr schwer wieder  erreichen können würde, war klar. aber manchmal sollten sich filmkritiker einfach mal entspannt zurücklehnen und einen film einfach nur genießen. denn ein film ist manchmal auch dann gut, wenn er nur unterhält. und das tut year of the dragon definitiv.

ich hätte gerne mehr filme vom inzwischen 75-jährigen cimino gesehen. leider aber ist er seit den 90-ern von der bildfläche verschwunden. was er seitdem treibt, weiß ich nicht, aber ich weiß beziehungweise ich sehe, was er mit seinem äußeren gemacht hat. auch er ist jetzt ein benjamin button- leider.
hier ausnahmsweise zwei fotos aus dem internet.            

c11cimino 1979 (40)

c12cimino 2012 (73)     

schlafenszeit. ich schließe die augen, gedanken schwirren durch meinen kopf, weil überdreht.

– ich liebe diesen film
– geht es in chinatown wirklich so zu?
– muss mir wieder die durch die hölle gehen ansehen
steven sorderbergh hat ciminos dreieinhalb-stunden-epos heaven’s gate auf 108 minuten runtergeschnitten; muss ich auch sehen
– ich habe gelesen, dass cimino sich zur frau umoperieren lassen will
– sollte ich je ein gesichtslifting in erwägung ziehen- bitte mir unbedingt vorher-nachher-bilder von cimino und  rourke zeigen
– es wird hell draußen
– ich werde heute die arbeit schwänzen

zzzzzz………

the world is yours,

b.

yeah

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