geheimnisse

6 Feb

nachdem massimo bei einem verkehrsunfall ums leben gekommen ist, entdeckt seine frau antonia beim durchsehen seiner sachen eine notiz, die an ihren mann gerichtet war:

für unsere sieben jahre.
für den teil von dir, der mir fehlt, den ich nie haben kann,
immer in erwartung,
kann ich meine geduld liebe nennen?
deine anhnungslose fee….

antonias welt bricht ein weiteres mal zusammen. ihr mann hatte jahrelang eine geliebte und sie hatte nichts bemerkt… ihre beziehung – eine lüge?

sie macht sich auf die suche nach der frau und findet raus, dass die geliebte ihres mannes keine frau, sondern ein mann war.  michele.

doppelwer ist was?

michele lebt in einer wohngemeinschaft aus homosexuellen, bisexuellen und einem transsexuellen. eine welt, die antonia bisher fremd war, doch eine welt, die anscheinend ein wichtiger teil im leben ihres verstorbenen mannes war. die erste annäherung ist für beide seiten nicht einfach. doch ihre besuche bringen mit der zeit das eis zwischen ihnen zum schmelzen und antonia bemerkt, dass sie ihren schmerz am besten verarbeiten kann, wenn sie mit diesen menschen zusammen ist.

es gibt unzählig viele geschichten, bei der jemand stirbt und die hinterbliebenen stellen fest, dass der tote gar nicht der war, für den man ihn hielt. er hatte eine geliebte oder eine zweitfamilie, war ein agent und womöglich hieß er nicht mal so, wie man dachte.

man muss aber zugeben, dass es antonia in die ahnungslosen alles andere als leicht hat, denn wer will schon wahrhaben, dass der geliebte mann, den man seit schulzeiten kannte und mit dem man seit zehn jahren  eine vermeintlich glückliche ehe führte, ein zweitleben unter einem dach mit schwulen, bis und transvestiten führte und einen mann liebte… das ist schon eine andere stufe.

dennoch, in micheles augen scheint antonia keinesfalls im recht zu sein, nur weil sie die ehefrau war. er hat jahrelang darunter gelitten, den liebhaber mit der ehefrau geteilt und keinerlei ansprüche an ihn gehabt zu haben.
fragen über fragen, tränen und konfrontationen führen leztendlich zu einer freundschaft, bei der antonia die stellung ihres verstorbenen mannes in der runde einnimmt.

ich mag die filme des türkischstämmigen regisseurs ferzan özpetek sehr. die meisten handeln von homosexualität. schon sein erster film hamam – das türkische bad zeigte vor der wunderschönen kulisse istanbuls, wie ein verheirateter mann seine liebe zu einem mann entdeckt.  in fast jedem seiner filme ist etwas türkisches zu finden. sei es die musik oder irgendein anderer hinweis. in die ahnungslosen war es ein buch des  bedeutendsten türksichen dichters nazim hikmet, das massimo und michele zusammenführt hatte.
auch mag ich sehr, dass in seinen filmen oft viele leute in einer großen küche gemeinsam kochen,  groß auftischen und dass beim essen alle gleichzeitig reden, so dass man nichts versteht.

die ahnungslosen ist ein schräger, teilweise angenehm kitschiger film und am ende musste ich mir selbst die frage stellen, ob ich so tolerant wäre wie antonia, würde mir – gott behüte – so etwas passieren. nein, ich wäre es eher nicht.  aber etwas nicht zu akzeptieren und nicht zu tolerieren bringt nun mal niemanden weiter, und genau davon handelt  der film. nämlich, dass dinge zu akzeptieren dazu führt, menschen besser zu verstehen und den schmerz zu lindern.

auch habe ich mir die frage gestellt, warum schwule in filmen oft hübscher und sympathischer aussehen als heteromänner.

ein schöner film.

the world is yours,

b.

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