für immer jung

30 Jan

“bis 50 geht sich das noch aus, dann nicht mehr”, war die ehrliche antwort meines sohnes auf meine frage, ob die bunten turnschuhe nicht zu jugendlich an mir aussehen würden.
“hmm”, murmelte ich vor mich hin.
“50…  schon eine harte zahl, oder?” wollte er anschließend noch wissen und strich dabei verständnisvoll über meinen rücken.
“möglich, aber noch ist ja zeit” antwortete ich leise.
“macht dir der 50er angst?”
“nein. gar nicht”, log ich.
die schuhe habe ich nicht gekauft.

40plus ist auch robin wright, die im film der kongress sich selbst spielt – eine schauspielerin, die sich unfreiwillig mit ihrem alter auseinandersetzen muss. der film besteht aus zwei teilen. der erste teil ist ein gewöhnlicher spielfilm, der zweite teil ist animiert.

das filmstudio, für das sie arbeitet, legt ihr nahe, sich altersbedingt von ihrer karriere zu verabschieden. dazu bekommt sie ein profitables angebot: für viel geld werden ihr gesicht und ihr körper eingescannt und zukünftig wird nur mehr ihr digitales abbild in filmen eingesetzt.
sie selbst aus fleisch und blut darf nie mehr als schauspielerin arbeiten, dafür wird sie zumindest auf der leinwand für immer jung bleiben.
sie willigt ein.

dann kommt der zweite, animierte teil.

IMGP1586ältere frauen haben viel zu erzählen

20 jahre später ist robin wright ein gefeierter und immer noch junger star in der virtuellen welt.

die echte robin wird auf einen kongress eingeladen, wo die filmproduktionsfirma eine droge vorstellt, mit der man zu jemand anderem werden kann; zu michael jackson, grace jones oder  zu jesus christus, alles ist möglich. fernseher gibt es keine mehr; denn mithilfe dieser droge spielt sich alles nur mehr in den köpfen der menschen ab.

eine interessante geschichte, die jedoch leider etwas wirr umgesetzt wurde. die zeichnungen im animierten teil sind sehr schön, doch finde ich, dass regisseur ari folman inhaltlich eine spur zu kreativ war. man muss sich ganz schön konzentrieren, um den film zu verstehen. einige male habe ich den roten faden verloren.
und was ist die message?
geht es um die zukunft der unterhaltungsbranche? um drogen? oder geht es um das gesellschaftliche problem, dass frauen ab 40 in vielen berufen als alt gelten?

obwohl der kongress ein science-fiction-artfilm ist, scheint es mir gar nicht so weit her geholt, dass schauspieler bald durch scans ersetzt werden. um ein ähnliches thema ging es schon im film s1m0ne, bei dem eine digitale figur zum star wird.  alle himmeln sie an und keiner bemerkt, dass die frau kein mensch ist.

der kongress ist geschmacksache. reinschauen lohnt sich aber.

the world is yours,

b.

echt schön

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