12 years a slave

22 Jan

solomon northup ist ein angesehener bürger im new york des 19. jahrhunderts. schwarz aber frei, belesen und künstlerisch versiert. mit seiner frau und seinen zwei kindern führt er ein angenehmes leben – bis er sich nach einem abendessen mit zwei geschäftspartnern in einem hotelzimmer schlafen legt und am nächsten morgen in ketten aufwacht.
er wird nach louisiana verkauft und wird die nächsten 12 jahre als sklave verbringen…

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auf 12 years a slave hatte ich mich schon lange gefreut, wissend, dass es kein kinovergnügen werden würde. in letzter zeit widmen sich immer mehr filmemacher diesem kapitel der geschichte. dafür gebührt auch steve mcqueen großes lob, obwohl er, finde ich, in seinem film nichts zeigt, was man nicht schon kennt. womöglich aber ging es ihm gar nicht darum, etwas neues zu zeigen, sondern wollte er  vielleicht nur ein schicksal von vielen zeigen; das leben eines sklaven, der mehrmals seinen besitzer wechselt, der mal bei einem netten, mal bei einem fiesen besitzer landet, deren gemeinsamkeit daraus besteht, dass sie alle die tatsache ignorieren, dass solomon eigentlich ein freier mann ist.

was mir besonders unter die haut ging, war, dass der alltag unspektakulär weitergeht, nach dem ein sklave ausgepeitscht wurde und wie ein sack kartoffeln am baum hängt…  im hintergrund verrichten menschen ihre arbeit, als sei nichts gewesen, kinder spielen. man sieht die schöne natur, hört vögel zwitschern. das hat auf mich brutaler gewirkt als die bestrafungen selbst.
was der regisseur ebenfalls deutlich zeigt, ist, dass es damals alles andere als ein vorteil war, eine hübsche sklavin zu sein. vom herren begehrt und schlecht behandelt zugleich und auch noch seine eifersüchtige ehefrau am hals. gott behüte, einfach nur schrecklich, was sie erdulden mussten.

ich persönlich hätte die weißen rollen weniger prominent besetzt, schon gar nicht mit schauspielern, die gerade am höhepunkt ihrer karriere stehen, womöglich aber lockt der film auf diese weise noch mehr zuseher in die kinos.

als wäre diese geschichte nicht hart genug, hatte ich beim schauen im geiste einen zweiten film laufen:  alex haleys tv-serie roots, die ich als kind gesehen hatte und anscheinend bis heute nicht vergessen habe. dort wurde die entstehung und entwicklung der sklaverei anhand von kunta kintes lebens- und familiengeschichte erzählt. kunta kinte und solomon northup haben gemeinsam, dass sie beide freie männer waren und erst später von weißen geraubt und verkauft wurden.

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nach solch einem traurigen kinobesuch könnte man sich denken, schlimme geschichte, aber gott sei dank längst vorbei. leider nein, denn recherchen im internet ergeben: noch nie gab es mehr sklaven als heute. angeblich 27 millionen, dunkelziffer unbekannt. sklaven, das sind menschen, die unter androhung von gewalt und ohne bezahlung zur arbeit gezwungen werden. auf plantagen, an baustellen, in fabriken, haushalten, bordellen. rechnet man die kinder bis 14 jahre dazu, die unfreiwillig arbeiten und auch als kindersoldaten rekrutiert werden, kommen nochmal 250 millionen dazu. wer sich für die sklaven einsetzt, wird oft mit dem tod bedroht, die polizei bestochen.
eine ähnliche form von ausbeutung gibt es leider auch vor unserer tür, also mitten in europa, bei der illegale migranten für kost und logis arbeiten, um andere reich zu machen.

12 years a slave ist mehr pflicht als vergnügen, der hoffentlich vielen die augen öffnen wird.

the world is yours,

b.

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