mutter und sohn

29 Apr

ende mai kommt der rumänische film mutter und sohn, gewinner des goldenen bären 2013, in die kinos. hauptdarstellerin luminita gheorghiu spielt die rolle der liebenden, aber dominant-egoistischen mutter beängstigend real.

mutter
beim überholen eines autos überfährt barbu, angehöriger der rumänischen oberschicht, einen 14jährigen jungen, der stirbt. er muss mit einer haftstrafe rechnen. seine mutter cornelia unternimmt alles, um ihrem erwachsenen sohn zu helfen. barbu hat ein extrem schlechtes verhältnis zu seinen eltern, vor allem aber zu seiner mutter. die übermutter scheint dem sohn  die verantwortung immer abgenommen und ihn somit beschnitten zu haben. cornelia bewegt sich zwischen mutterliebe und berechnender manipulation, um ihren sohn zu retten.

auf der einen seite der gebildete mann aus gutem hause, der mit der bürde leben muss, jemanden getötet zu haben, auf der anderen seite die bitterarmen eltern des getöteten jungen, die ein sehr gutes verhältnis zu ihrem sohn gehabt zu haben scheinen und fürchterlich leiden.

das hauptthema des films ist die mutter, ein kontrollfreak, die ihrem sohn um jeden preis näher kommen und sich aus ihrer emotionalen isolation befreien möchte. sie versucht, mit ihren finanziellen mitteln die zukunft  ihres sohnes zu retten. sie möchte von ihm geliebt, vor allem respektiert werden, bekommt aber für ihre liebe und ihren einsatz nichts zurück. irgendwann sagt der sohn zu ihr: ruf mich nicht an, ich rufe dich an… damit meint er: lass mich endlich los, mutter!

das rumänische kino bietet viele gute und preisgekrönte filme. das bringt die leute leider trotzdem nicht dazu, in ihrer heimat ins kino zu gehen. die filme sind im ausland, vor allem auf festivals, erfolgreicher als zu hause. oft werden themen wie bestechung und vetternwirtschaft behandelt und das möchte das rumänische publikum nicht ständig serviert bekommen.

wenn ich jetzt erzähle, dass ich auch bei diesem film weinen musste, werden mich alle für eine heulsuse halten, die sowieso bei jedem film heult. aber bei diesem film ist es fast unmöglich, nicht zu weinen. es ist, als würde man mit diesen familien –  mit der “täter”- und der “opfer”-familie –  im selben raum sitzen. ein sehr harter und realistischer film, bei dessen thema man nur hoffen kann, dass einem selber so etwas niemals passiert: solch ein schrecklicher unfall, bei dem jemand stirbt und solch ein totes verhältnis zum eigenen kind. einfach nur furchtbar!

man sollte diesen film trotzdem nicht versäumen und wird ihn lange nicht vergessen.

the world is yours!

b.

trailer

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: